Wenn Reuter Gegenwart wird: Drei Festivaltage begeistern die Region

Sommerhitze setzt Schlusspunkt unter erfolgreiche 66. Fritz-Reuter-Festspiele

Die 66. Fritz-Reuter-Festspiele sind am Sonntag mit viel Applaus, starken Bildern und großer Resonanz zu Ende gegangen – wenn auch früher als ursprünglich geplant. Drei Festivaltage lang stand die Reuterstadt ganz im Zeichen ihres großen niederdeutschen Dichters. Rund 4.000 Besucherinnen und Besucher kamen zusammen, um Fritz Reuters Erbe zu erleben, zu feiern und mit der Gegenwart zu verbinden.

Was am Morgen noch mit angenehmer Kühle begann, wurde im Laufe des letzten Festspieltages zunehmend zur Herausforderung. Die hochsommerlichen Temperaturen machten Gästen, Mitwirkenden und Veranstaltern spürbar zu schaffen. Aus Verantwortung für alle Beteiligten entschieden die Veranstalter schließlich, das Programm vorzeitig zu beenden.

Zuvor hatte der letzte Festspieltag jedoch noch einmal viele besondere Momente geboten. Nach rund 1600 Besucherinnen und Besuchern am Vortag begann der Sonntag planmäßig mit der Open-Air-Aufführung der NDR-Produktion „Ut mine Festungstid“ aus dem Jahr 1986. Der Film über Fritz Reuters Festungshaft fand auch in diesem Jahr auf dem Marktplatz große Resonanz und erinnerte eindrucksvoll daran, wie lebendig Reuters Werk bis heute geblieben ist.

Im Anschluss brachte der Mecklenburger Cowboy Jan Tessin Country- und Westernklänge auf die Bühne. Mit amerikanischen Songs und plattdeutschen Liedern schlug er eine Brücke zwischen Tradition und moderner Unterhaltung – ganz im Sinne eines Festes, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Danach führten Wolfgang Kniep und Anke Gohsmann den Festspielnachmittag musikalisch fort und sorgten für weitere heitere Momente.

Wegen der anhaltend hohen Temperaturen musste das geplante Bühnenstück „Ut de Franzosentid – Teil 2“ schließlich abgesagt werden. Diese Entscheidung fiel nicht leicht, war aber richtig und notwendig. Ganz verzichten müssen Interessierte auf das Stück jedoch nicht: „Ut de Franzosentid – Teil 2“ ist am 8. Juli 2026 in der Schlossstadt Mirow zu erleben.

Trotz des hitzebedingt verkürzten Finales fällt die Bilanz der 66. Fritz-Reuter-Festspiele ausgesprochen positiv aus. Drei Tage lang wurde gesungen, gespielt, erzählt, erinnert und gelacht. Rund 4.000 Menschen machten deutlich, welche Strahlkraft Fritz Reuters Erbe bis heute besitzt. Die Festspiele zeigten eindrucksvoll: Niederdeutsche Sprache, regionale Kultur und Reuters Gedankenwelt gehören nicht nur der Vergangenheit an – sie leben weiter, mitten in der Gegenwart und getragen von den Menschen der Region.

Wir danken allen Förderern, Partnern, Spendengebern und Sponsoren.