„So fern – so nah“ – Annäherung an Fritz Reuter

Arbeiten aus dem Archiv Bildende Kunst Mecklenburgische Seenplatte e.V. Neubrandenburg im Fritz-Reuter-Literaturmuseum

„…was Künstler zeitlebens bewegt und zu gestalteter Form wird, ist letztendlich ein Spiegelbild ihrer Epoche und damit Teil unserer aller Geschichte.“ (Heide-Marlis Lautenschläger)

Die hier gezeigten Arbeiten von Andreas Homberg, Heide-Marlis Lautenschläger, Joachim Lautenschläger, Adelheid Sandhof, Gabriele Schulz, Hans-Gerhard Templin, Karlheinz Wenzel und Rolf Wurzer aus unserem Archivbestand belegen das oben genannte Zitat. So fern sie zunächst erscheinen – so nah sind sie jedoch auch dem Werk Fritz Reuters. Kreativ, suchend, erforschend, reisend, fragend nähern sie sich ihrem Lebensumfeld und deren Bewohnern.

Das Archiv Bildende Kunst bietet im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eine Dienstleistung, die es nur in wenigen deutschen Landkreisen gibt: Es sammelt und bewahrt Vor- und Nachlässe von Bildenden Künstlern der Region. Diese können einen selbstgewählten Teil ihres Lebenswerkes dem Archiv übergeben und sicher sein, dass die Arbeiten der Nachwelt erhalten bleiben.

Die kühne Idee zu diesem Archiv hatte die Malerin und Grafikerin Heide-Marlis Lautenschläger. Sie und ihre Künstlerkolleginnen und Kollegen kamen nach der Jahrtausendwende in das Alter, über den Fortbestand ihre Werke nachzudenken. Zudem hatte sie erfahren müssen, wie Kunstwerke aus der DDR im öffentlichen Raum verschwanden und Ost-Künstler immer weniger Beachtung fanden.

Heide-Marlis Lautenschläger gelang es, Unterstützer und Sympathisanten ihres Projektes um sich zu scharen und den Landkreis von Sinn und Nutzen eines Vor- und Nachlass-Archivs zu überzeugen. 2015 beschloss der Landkreis die Gründung des Archivs Bildende Kunst MSE. 2023 wurde aus der Initiativgruppe der Verein ABK MSE e.V., der heute Betreiber des Archivs ist. Unter der kaufmännischen Leitung der MuSeEn gGmbH, mit Hilfe ehrenamtlich tätiger Kunstinteressierter und einer Projektmitarbeiterin werden die Ziele des Vereins umgesetzt.

In der Neubrandenburger Baumhaselstraße 12, stehen ca. 600 Quadratmeter für Zwischenlagerung, Archivierung und Ausstellung von Künstlervor- und -nachlässen sowie für die wissenschaftliche Arbeit bereit.

Die Ausstellung kann vom 24. Oktober 2026 bis zum 24. Januar 2027 im Fritz-Reuter-Literaturmuseum besichtigt werden.