Dr. Cornelia Nenz verlässt die Fritz-Reuter-Festspiele – niederdeutsche Stimme beendet ihr Theaterengagement in Mirow
Es war ein Moment, in dem für einen Augenblick alles innehielt: Am Ende der letzten Aufführung der Bühnenadaption des Textes von Fritz Reuters „Ut de Franzosentid – Teil 2“ wurde Dr. Cornelia Nenz in Mirow feierlich von den Fritz-Reuter-Festspielen verabschiedet. Mit warmen Worten, sichtbarer Rührung und langanhaltendem Applaus würdigten das Publikum, der künstlerische Leiter Lutz Trautmann, der Bürgermeister der Schloßstadt Mirow, Henry Tesch, der Direktor des Fritz-Reuter-Literaturmuseums Torsten Jahn und die Darstellerinnen und Darsteller des Theaterkollektivs Reuter 2.0 ihr Wirken.
Viele Jahre lang war Dr. Cornelia Nenz, Direktorin des Fritz-Reuter-Literaturmuseums a. D., mehr als nur eine fachkundige Begleiterin der Festspiele. Sie war die niederdeutsche Stimme, die Reuters Sprache mit Leben füllte, die dem Plattdeutschen Klang, Wärme und Würde gab. Mit großer Genauigkeit, tiefer Verbundenheit und spürbarer Liebe zur Sprache hat sie die Inszenierungen geprägt und ihnen eine unverwechselbare Tonlage verliehen.
Ihr Abschied war deshalb kein gewöhnlicher Schlussapplaus. Es war ein Dank für Treue und ein Stück gelebter Kultur. Auf der Bühne wurde deutlich, wie sehr ihre Arbeit geschätzt wurde, von denen, die mit ihr gespielt, gesprochen und gestaltet haben, ebenso wie von den Zuschauerinnen und Zuschauern, die diese besondere Stimme über Jahre begleitet hat.
Mit ihrem letzten Theaterengagement in Mirow endet eine prägende Etappe der Fritz-Reuter-Festspiele. Zurück bleiben Dankbarkeit und die Erinnerung an eine Frau, die dem Niederdeutschen landesweit nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihr Herz gegeben hat.
Der Blick geht nun behutsam nach vorn: Die Saison 2027 wird mit einer neuen, frischen niederdeutschen Stimme an den Start gehen. Sie tritt in große Fußstapfen, doch zugleich eröffnet sich damit ein neues Kapitel für die Fritz-Reuter-Festspiele – getragen von der Tradition, die Dr. Cornelia Nenz so eindrucksvoll mitgeprägt hat.