Schwarzwaldmarie besucht Fritz Reuter

Playmobil-Sammlung im Literaturmuseum wächst weiter – Sammler aus Berlin und Achern unterstützen die neue Reuter-Rezeption

Die Sammlung im Fritz-Reuter-Literaturmuseum hat erneut Zuwachs bekommen. Mit der „Schwarzwaldmarie“ und ihrem Ehemann Hannes sind zwei weitere Playmobil-Figuren eingetroffen. Der jüngste Zugang ist zugleich ein Beispiel für den engen Zusammenhalt innerhalb der bundesweit vernetzten Sammlercommunity.

Die Schwarzwaldmarie ist dabei weit mehr als eine gewöhnliche Spielfigur. Mit ihrer traditionellen Schwarzwälder Tracht und dem charakteristischen Bollenhut steht sie sinnbildlich für das kulturelle Erbe, die landschaftliche Schönheit und die Gastfreundschaft ihrer Heimatregion. Die Sonderfigur wurde detailreich gestaltet und trägt als weiteres typisches Motiv eine Schwarzwälder Kirschtorte bei sich.

An der Seite ihres Ehemannes Hannes trägt die verheiratete Schwarzwaldmarie den schwarzen Bollenhut. Damit verbindet das Figurenpaar regionale Tradition mit einer humorvollen, modernen Form der Heimatvermittlung. Im Fritz-Reuter-Literaturmuseum trifft nun Schwarzwälder Kultur auf mecklenburgische Literaturgeschichte, eine Begegnung, die zeigt, wie regionale Identität über Sammelfiguren sichtbar und miteinander in Beziehung gesetzt werden kann.

Besonders engagiert haben sich Herr Geppe aus Berlin sowie die Familie Armbruster aus Achern. Seit dem Erscheinen der Sonderfigur zu Fritz Reuter besteht ein freundlicher und regelmäßiger Kontakt zwischen dem Museum und zahlreichen Sammlerinnen und Sammlern. Aus dem gemeinsamen Interesse an den Figuren ist inzwischen ein Netzwerk entstanden, das weit über einzelne Tausch- und Sammelaktionen hinausreicht.

Der Besuch der Schwarzwaldmarie und ihres Ehemannes zeigt, wie vielfältig die Sammlung rund um die Reuter-Figur inzwischen geworden ist. Immer neue Charaktere finden ihren Weg in das Literaturmuseum und treten dort gewissermaßen in einen spielerischen Dialog mit dem niederdeutschen Schriftsteller.

Auch die Nachfrage nach der Fritz-Reuter-Sonderfigur hält an. Die Figur wird fortlaufend in die gesamte Bundesrepublik verschickt und hat inzwischen auch Käufer und Sammler im Ausland erreicht. Damit entwickelt sie sich zunehmend zu einer kleinen kulturellen Botschafterin für Fritz Reuter, sein literarisches Werk und die niederdeutsche Sprache.

Für das Museum ist diese Entwicklung Teil einer neuen Reuter-Rezeption. Literaturvermittlung findet dabei nicht allein über Bücher, Ausstellungen und wissenschaftliche Angebote statt. Auch populäre Sammelfiguren können Aufmerksamkeit wecken, neue Zielgruppen ansprechen und Interesse an der Person und am Werk Fritz Reuters fördern.

Der aktuelle Neuzugang macht zugleich deutlich, welche Rolle die Sammlercommunity dabei spielt. Durch persönliche Kontakte, gegenseitige Unterstützung und die gemeinsame Freude an den Figuren wächst nicht nur die Sammlung. Auch die Verbindung zwischen dem Museum und Reuter-Freunden in ganz Deutschland und darüber hinaus wird weiter gestärkt.

So stehen die Schwarzwaldmarie und Hannes nun nicht nur als neue Besucher im Fritz-Reuter-Literaturmuseum. Sie stehen auch für eine Gemeinschaft, die regionale Kultur und Literaturgeschichte auf ungewöhnliche, persönliche und zeitgemäße Weise lebendig hält.