Fritz-Reuter-Hauptstadt Stavenhagen

Wer das Wesen eines Volkes verstehen will, muss bereit sein, sich auch auf seine Sprache einzulassen – davon war Fritz Reuter überzeugt. Trotz – oder gerade wegen – der niederdeutschen Sprachfärbung fanden seine Werke im 19. Jahrhundert eine beispiellose Verbreitung. Reuter wurde im gesamten deutschen Sprachraum gelesen, in zahlreichen europäischen Ländern übersetzt und erreichte durch Übersetzungen sogar Leserinnen und Leser in Russland, Japan und den USA.

Millionen Menschen beschäftigten sich allein deshalb mit dem Niederdeutschen, um Reuters Bücher im Original lesen zu können. Fritz Reuter (1810–1874) gilt als der meistgelesene deutsche Autor des 19. Jahrhunderts. Seine Werke wurden bis heute in zwölf Sprachen übersetzt. Weltweit erinnern Reutereichen, Gedenksteine, Denkmäler und Straßennamen an sein literarisches Erbe – selbst in Städten wie Chicago oder New Jersey.

Literaturhistorisch zählt Fritz Reuter zu den großen Erzählern des 19. Jahrhunderts. Kaum ein anderer deutscher Schriftsteller seiner Zeit erlangte nach Goethe und vor Thomas Mann einen vergleichbaren europäischen Rang. Sein Vermächtnis zu bewahren und zugleich neu zu interpretieren, ist bis heute Verpflichtung und Auftrag.

Die Stadt Stavenhagen trägt diesen Anspruch selbstbewusst: Als Reuterstadt gilt sie längst als die Fritz-Reuter-Hauptstadt Deutschlands. Hier befindet sich das Fritz-Reuter-Literaturmuseum, das die umfangreichsten Sammlungen zum Begründer der niederdeutschen Literatursprache in Deutschland beherbergt. Neben Handschriften, Briefen und Erstausgaben finden sich hier auch reichhaltige Forschungsbestände zu Reuters literarischem Umfeld sowie zur niederdeutschen Sprache insgesamt. Das Museum fungiert zugleich als offizieller Nachlassverwalter seines Werkes.

Ein Besuch in Stavenhagen ermöglicht es, Fritz Reuter neu zu entdecken – an dem Ort, der ihm den Klang seiner Sprache, den Atem seiner Straßen und den Geist seiner Menschen schenkte. Die Dauerausstellung im Geburtshaus des Dichters präsentiert auf zwei Etagen Leben, Werk und Wirkung Reuters. Zu sehen sind Originalhandschriften, Gemälde aus seiner eigenen Hand sowie Möbel aus seinem persönlichen Besitz.

Ergänzt wird das museale Angebot durch eine weitere Dauerausstellung, die dem Maler und Illustrator Ernst Lübbert (1879–1915) gewidmet ist. Lübbert verbrachte seine Schulzeit in Stavenhagen; die Ausstellung „Ernst Lübbert – Leben und Werk“ würdigt sein künstlerisches Schaffen und schlägt eine Brücke zwischen Literatur und bildender Kunst.

Stavenhagen ist damit nicht nur Erinnerungsort, sondern ein lebendiges Zentrum niederdeutscher Kultur – und ein Schlüssel zum Verständnis eines Autoren, dessen Stimme weit über seine Heimat hinaus bis heute nachklingt.

Termine & Veranstaltungen

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Öffnungszeiten

April – Oktober:
November – März: 

Di. – So. & Feiertage
Di. – Sa. 

10 bis 17 Uhr
10 bis 17 Uhr

letzter Einlass: 16.45 Uhr; Führungen nach Vereinbarung


Einzelkarte 4 €;
Einzelkarte für Schwerbehinderte mit Begleitperson 3 €;
Einzelkarte für Kinder 1 €;
Gruppen von mindestens 20 Personen (gegen Quittung) 3,50 €;
Weitere optionale Ermäßigungen sind Bestandteil der Gebührenordnung und sind am besten telefonisch zu erfragen.

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10 bis 17 Uhr
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letzter Einlass: 16.45 Uhr; Führungen nach Vereinbarung

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letzter Einlass: 16.45 Uhr
Führungen nach Vereinbarung