Theaterkollektiv Reuter 2.0 bereitet Gastspiel in der Schlossstadt vor
Bevor sich der Vorhang hebt, müssen viele praktische Fragen geklärt sein: Wo steht die Bühne? Wie ist die Lichtsituation? Welche Technik wird gebraucht? Und wie kommt das Bühnenbild an den Spielort? Genau darum ging es beim Vorbereitungstreffen für das Gastspiel des Theaterkollektivs Reuter 2.0 am 27. April 2026 in der Schlossstadt Mirow.
Am 8. Juli 2026 um 19.30 Uhr soll dort „Ut de Franzosentid – Teil 2“ aufgeführt werden. Das Stück gehört zum Umfeld der Fritz-Reuter-Festspiele und bringt niederdeutsche Sprache, regionale Geschichte und lebendiges Volkstheater zusammen.
Bühne, Licht und Wege
Vor Ort berieten Lutz Trautmann, künstlerischer Leiter des Theaterkollektivs, Torsten Jahn, Direktor des Fritz-Reuter-Literaturmuseums, und Henry Tesch, Bürgermeister der Schlossstadt Mirow. Unterstützt wurden sie durch Chris Vorwerk.
Im Mittelpunkt standen die konkreten Bedingungen des Spielortes: Aufbauflächen, Technik, Zuschauerführung, Transport und Ablaufplanung. Gerade bei einem Gastspiel im öffentlichen Raum entscheidet die sorgfältige Vorbereitung darüber, ob ein Theaterabend später leicht und selbstverständlich wirken kann.
„Ein Theaterprojekt beginnt nicht erst mit der ersten Probe auf der Bühne. Es beginnt mit der Frage, wie ein Ort zum Spielort werden kann“, sagte Lutz Trautmann. „Mirow bietet dafür eine besondere Atmosphäre.“
Niederdeutsche Kultur vernetzt Orte
Das Gastspiel steht zugleich im Zeichen der Straße des Niederdeutschen. Diese kulturelle Vernetzung verbindet Orte, Institutionen und Akteure, die sich der Pflege und Weiterentwicklung der niederdeutschen Sprache und Literatur widmen. Fritz Reuter wird dabei nicht nur als historische Figur verstanden, sondern als lebendiger Bezugspunkt für heutige Kulturarbeit.
„Die Schlossstadt Mirow ist gern Teil dieses Netzwerkes“, sagte Bürgermeister Henry Tesch. „Wenn niederdeutsche Kultur von Ort zu Ort wandert, entsteht Verbindung — zwischen Städten, zwischen Generationen und zwischen Geschichte und Gegenwart.“
Mehr als ein Theaterabend
Mit dem Gastspiel des Theaterkollektivs Reuter 2.0 wird Mirow für einen Abend zur Reuter-Bühne. Das Vorbereitungstreffen zeigte: Hinter einem solchen Kulturereignis steht nicht nur künstlerische Arbeit, sondern auch viel Organisation, Abstimmung und regionale Zusammenarbeit.
So führt der Weg von Fritz Reuter erneut hinaus in die Region — von Stavenhagen nach Mirow, von der Literatur auf die Bühne und vom Niederdeutschen in die Gegenwart.