Stavenhagen feiert Kultur und Gemeinschaft

Zwischen Platt, Pop und Wissenschaft: Reuter-Festspiele setzen Akzente

Noch rund fünf Monate, dann wird der Markt in der Reuterstadt Stavenhagen wieder zur großen Open-Air-Bühne: Vom 26. bis 28. Juni 2026 laden die 66. Fritz-Reuter-Festspiele, unter der Schimherrschaft der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, zu einem Wochenende ein, das plattdeutsche Tradition mit Gegenwartsthemen, Unterhaltung, Sport und Wissenschaft verknüpft.

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr das neue Bühnenstück „Ut de Franzosentid – Teil 2“. Seit Januar proben dafür rund 50 Darstellerinnen und Darsteller – unterstützt von der Schützengesellschaft der Reuterstadt. Geprobt wird im EKZ Stavenhagen, das den Raum kostenfrei bereitstellt. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, kann montags bei den öffentlichen Proben vorbeischauen.

Auftakt am Freitag: Symposium, Lauf und Abendshow

Der Freitag beginnt ab 11 Uhr in der Alten Synagoge der Reuterstadt mit einem literarischen Symposium für jedermann, bei dem Dr. Cornelia Nenz mit  Prof. Dr. Joachim Rickes, Prof. Dr. Holger Helbig, Prof. Dr. Carsten Gansel und Dr. Sabine Koburger über literarische Rezeption und neue Perspektiven auf Fritz Reuter diskutiert.

Anschließend gehört die Reuterstadt dem Citylauf, der traditionell das Festspielwochenende einläutet.

Im Kulturprogramm setzt das Theater der Diakonien mit den „Bremer Stadtmusikanten“ einen familientauglichen Akzent, bevor bekannte Namen für weitere Publikumsmomente sorgen: Werner Momsen, die Kultfigur des norddeutschen Puppenspielers und Kabarettisten Detlef Wutschik, steht für trocken-humorige Pointen „op Platt“ und auf Hochdeutsch. Auch der Platfood Klaus und Reuter’s Fritzen sorgen für Spaß und Musik. Nach der festlichen Eröffnung der 66. Fritz-Reuter-Festspiele erlebt das Bühnenstück seine Premiere. Unter dem Motto „Ein Sommernachtstraum“ illuminiert Papyros kreative feuerwerke den Veranstaltungsort. Musikalisch wird der Abend mit der Party- und Coverband 4FUN (Rostock/Hamburg) aufgedreht, die im Norden für eine genrebreite Live-Show von Klassikern bis Charthits steht.

Samstag: Boulevard, Jubiläum und lange Nacht

Am Samstag lädt der Boulevard zum Bummeln und Verweilen ein. Der Fritz-Reuter-Chor Stavenhagen – ein seit 1999 gewachsener Klangkörper – bringt ebenso regionale Farbe ins Programm wie der Popchor Malchin.
Für beschwingte Töne sorgt Knopf & Zopf, ein Duo um Karoline Frick (Violine u. a.) und Gunnar Rieck (Akkordeon), das Musik mit spürbarer Bühnenpräsenz verbindet.

Ein besonderer Moment ist dem Stadtjubiläum im Kleinen gewidmet: Die Museumsuhr, ein fester Bestandteil der Stadtkultur, feiert ihr 125jähriges Jubiläum – ein symbolischer Fixpunkt, der beim Fest mitgefeiert wird. Natürlich wird auch der zentralen Reuterehrung ihr angemessener Platz eingeräumt. Posaunen- Bläserklänge aus der Reuterstadt begleiten uns durch den Tag. Für alle die es versäumt haben, auch am Samstag ist Stavenhagens findiger Einsatz gegen die napolionischen Besatzer um 1813 auf der Bühne zu erleben. Unter dem Motto „Ein Sommernachtstraum“ illuminiert Papyros kreative feuerwerke den Veranstaltungsort. Am Abend wird es wieder laut: VIRUNUM, ein junger Band Act aus Mecklenburg (Waren/Müritz) mit eigenem Sound und ambitionierten Texten, übernimmt ebenso wie die Coverband Nimmergut (Müritz-Region), die „abendfüllende Unterhaltung“ verspricht. Ergänzt wird das Abendprogramm durch DJ Frank S., der auch als Moderator auftritt.

Sonntag: Film, plattdeutsche Stimmen und Finale

Der Sonntag richtet sich an Filmfans: Gezeigt wird der NDR-Film „Ut mine Festungstid“, eine Produktion nach Texten und Briefen Fritz Reuters (produziert vom NDR und entstanden mit Unterstützung u. a. von der DEFA). Danach übernimmt Jan Tessin, Der Mecklenburger Cowboy, mit Liedern auf Hoch und Platt.
Zum Abschluss gehört die Bühne dem plattdeutschen Liedermacher und Autor Wolfgang Kniep und seiner künstlerischen Partnerin Anke Gohsmann , der für Lesung, Erzählkunst und plattdeutsche Songs bekannt ist. Danach folgt – als letzter Höhepunkt – erneut die Aufführung von „Ut de Franzosentid“.

Wie gewohnt flankieren Vereine das Programm mit Gastronomie, Angeboten für Kinder und viel ehrenamtlichem Einsatz. Die Organisatoren betonen: Möglich wird das Festspielwochenende vor allem durch Unterstützer, Förderer, Spender und Partner – und durch die Arbeit vieler helfender Hände.