Die Sommerpause ist vorüber, nun gehört der Montag wieder dem Theater. Seit dem 7. September probt das Theaterkollektiv Reuter 2.0 unter der Leitung von Lutz Trautmann für die Spielzeit 2026/27. Auf dem Programm steht ein Stück, dessen Titel seinem Helden wenig Hoffnung macht: „Geschichten vom kleinen Baron und seiner großen Erleuchtung, die aber nicht stattfindet!“. Zur Kultur- & Lichternacht am 24. Oktober 2026 soll es auf die Bühne kommen.
Frei nach Fritz Reuters „Kein Hüsung“ erzählt das Kollektiv von einem selbstherrlichen Baron, einer großen Jagd und einem Lichterfest zur selben Stunde. Eine vielversprechende Nachbarschaft: Während die einen zur Jagd blasen und die anderen Lichter entzünden, bleibt die Frage, ob dem Baron auch eines aufgeht. Der Titel legt nahe, die Erwartungen vorsichtshalber niedrig zu halten.
In seiner Theaterarbeit orientiert sich das Theaterkollektiv Reuter 2.0 diesmal an Bertolt Brecht. Das passt zu einem Stoff, der dazu einlädt, Herrschaft und Selbstherrlichkeit genauer anzusehen. Die Bühne wird zum Ort, an dem Verhältnisse sichtbar und vermeintliche Gewissheiten fragwürdig werden dürfen. Auch das Lachen kann dabei eine ernste Angelegenheit sein.
Mit dem Probenbeginn bekommt das Ensemble zudem neue Gesichter. Neben Julie Steinführer und Jette Bolz wirkt künftig auch Thomas Müller mit, langjähriger Vorsitzender des SSV Stavenhagen. Nun führt ihn der Weg auf die Theaterbühne.
Bis zur Aufführung bleibt Zeit, Figuren Kontur zu geben, Szenen zu erproben und dem kleinen Baron seine große Bühne zu bereiten. Zuschauen ist dabei ausdrücklich möglich: Das Theaterkollektiv Reuter 2.0 probt öffentlich, immer montags, immer ab 18.30 Uhr, im gläsernen Probenraum des EKZ der Reuterstadt. Dort lässt sich verfolgen, wie aus einem Text Theater wird – und wie viel Arbeit in einer Erleuchtung steckt, selbst wenn sie am Ende ausbleibt.