Der Beirat für Kunst und Kultur des Fritz-Reuter-Literaturmuseums blickt zuversichtlich auf die kulturelle Entwicklung der Reuterstadt – und auf die Kultur- und Lichternacht am 24. Oktober 2026.
Die Corona-Jahre haben das kulturelle Leben in Stavenhagen schwer getroffen. Veranstaltungen mussten ausfallen, Begegnungen waren kaum möglich und viele Einrichtungen und Vereine konnten ihre Angebote nur eingeschränkt aufrechterhalten. Seit 2022 ist jedoch ein deutlicher Aufschwung zu beobachten: Kultur ist wieder sichtbar, gewinnt neue Mitstreiter und erreicht Menschen unterschiedlicher Generationen und Interessen.
Aus Sicht des Beirats für Kunst und Kultur des Fritz-Reuter-Literaturmuseums haben dazu insbesondere die Initiativen des Museums und neue Formen der Beschäftigung mit Fritz Reuter beigetragen. Ein Beispiel sind die Fritz-Reuter-Festspiele. Sie haben sich von einem traditionellen Festwochenende zu einem wichtigen Impulsgeber für die Stadt und die Region entwickelt. Rund um Reuters Sprache, Werke und Lebenszeit entstehen Veranstaltungs-, Werbe- und Informationsformate, die kulturelles Erbe und Gegenwart miteinander verbinden.
Dabei zeigt sich, dass Fritz Reuter längst nicht nur im Museum stattfindet. Theater auf dem Marktplatz, Musik und Tanz, Lesungen, Ausstellungen, Führungen sowie Angebote für Kinder und Familien sprechen ein vielfältiges Publikum an. Historische Themen und Traditionen werden dabei zunehmend durch moderne und digitale Vermittlungsformen ergänzt.
Zu den tragenden Säulen des Stavenhagener Kulturlebens gehören neben dem Fritz-Reuter-Literaturmuseum die Stadtbibliothek, der Verein „Alte Synagoge Stavenhagen“, die evangelische Kirchgemeinde sowie Schulen und Kindereinrichtungen. Sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte – von Literatur, Stadtgeschichte und Musik über Ausstellungen bis zur Erinnerungskultur und zur Auseinandersetzung mit der jüdischen Geschichte der Stadt.
Besonders erfreulich ist, dass sich zunehmend weitere Vereine, Initiativen, Kunstschaffende sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger mit eigenen Ideen einbringen. Stavenhagen bietet dafür gute Voraussetzungen. Nur wenige Kleinstädte verfügen über eine vergleichbare Vielfalt attraktiver Veranstaltungsorte. Weitere Räume, etwa der Speicher am Reuterplatz, könnten das Angebot künftig sinnvoll ergänzen.
Auf diese Weise wächst ein kulturelles Netzwerk, das auch für die touristische Entwicklung Stavenhagens von Bedeutung ist. Die Reuterstadt möchte in der künftigen Tourismusregion „Mecklenburgische Schweiz“ eine wichtige Rolle übernehmen. Die Fritz-Reuter-Festspiele zeigen bereits, was erreicht werden kann, wenn Einrichtungen, Vereine, Kulturschaffende und Ehrenamtliche gemeinsam an einer Idee arbeiten.
Dieses Prinzip lässt sich auf viele weitere Vorhaben übertragen. Nicht jede Veranstaltung muss unmittelbar mit Fritz Reuter verbunden sein. Entscheidend ist, unterschiedliche kulturelle Angebote miteinander zu verknüpfen, neue Ideen zuzulassen und Menschen zum Mitmachen einzuladen. So entsteht neben der Pflege des kulturellen Erbes Raum für Musik und Theater, Literatur und bildende Kunst, Geschichte und Erinnerung sowie für generationenübergreifende Projekte.
Kulturelle Teilhabe für alle muss dabei ein wesentliches Ziel bleiben. Ein lebendiges Kulturleben kann auf Dauer nicht allein von einzelnen Einrichtungen und wenigen engagierten Personen getragen werden. Es braucht Beteiligung, Zusammenarbeit und den Mut, Neues auszuprobieren.
Wer meint, in der Reuterstadt sei nichts los, sollte deshalb einen Blick in die Veranstaltungspläne und auf die Internetseiten der kulturellen Einrichtungen werfen – oder selbst dazu beitragen, dass etwas geschieht. Schon Goethes Faust stellte fest: „Im Anfang war die Tat!“
Die nächste große Gelegenheit dazu bietet die Kultur- und Lichternacht am 24. Oktober 2026. An diesem Abend sollen unterschiedliche Orte, Akteure und Kunstformen miteinander verbunden werden. Das Licht steht dabei sinnbildlich für die Entwicklung der vergangenen Jahre: Viele einzelne kulturelle Lichter ergeben gemeinsam ein weithin sichtbares, glanzvolles Bild.
Die Kultur- und Lichternacht soll zeigen: Stavenhagens kulturelles Licht leuchtet weit über die Stadt hinaus – und immer mehr Menschen tragen dazu bei.