Von der Heimat bis an die Ägäis: Journalist Max Stefan Koslik setzt seine Reise um die Welt fort. Auch in Griechenland ist sein ungewöhnlicher Begleiter wieder dabei – Fritz Reuter. Schritt für Schritt folgt Koslik damit zugleich einer historischen Route, die einst bis nach Konstantinopel führte.
Zwischen mächtigen Säulen, sonnengebleichten Steinen und den Überresten einer jahrtausendealten Kultur steht er wieder: Fritz Reuter. Zumindest in jener kleinen Gestalt, die Max Stefan Koslik inzwischen auf seiner Reise um die Welt begleitet. Der Journalist hat Griechenland erreicht – und damit einen weiteren besonderen Abschnitt seiner Tour.
Vor der eindrucksvollen Kulisse einer antiken Tempelanlage wirkt der kleine Reuter beinahe selbst wie ein Reisender aus einer anderen Zeit. Mit Feder und Schriftrolle ausgestattet, schaut er auf die Säulen der griechischen Antike. Für Koslik ist das mehr als ein originelles Reisefoto. Seine Tour verbindet Gegenwart und Geschichte: Während er selbst neue Länder entdeckt, zeichnet er zugleich Stationen jener Reise nach, die Fritz Reuter einst in Richtung Konstantinopel führte.
Dabei entstehen immer wieder Bilder, in denen der niederdeutsche Dichter auf ganz eigene Weise „mitreist“. Was zunächst wie ein spielerischer Reisebegleiter wirkt, bekommt vor historischen Schauplätzen schnell eine zweite Ebene. Reuter, dessen Texte bis heute eng mit Mecklenburg-Vorpommern und der niederdeutschen Sprache verbunden sind, begegnet auf Kosliks Bildern Landschaften, Städten und Kulturen weit entfernt von seiner Heimat.
Zwischen Antike und Aufbruch
Griechenland bildet dabei eine besonders passende Kulisse. Kaum ein anderes Land Europas ist so eng mit den Anfängen von Philosophie, Literatur, Demokratie und Geschichtsschreibung verbunden. Tempel, Säulen und archäologische Stätten erzählen bis heute von einer Epoche, deren Ideen weit über das Mittelmeer hinaus wirkten.
Für einen reisenden Journalisten bietet sich hier reichlich Stoff. Doch Koslik richtet seinen Blick nicht allein auf die großen Sehenswürdigkeiten. Seine Weltreise lebt auch von den kleinen Beobachtungen unterwegs, von Begegnungen, überraschenden Perspektiven und der Frage, was historische Reiseerfahrungen mit dem Unterwegssein von heute verbindet.
Der kleine Fritz Reuter gehört dabei längst zum festen Inventar. Mal steht er vor berühmten Bauwerken, mal vor Landschaften, die schon Reisende vor Generationen beeindruckten. Die Figur sorgt für Wiedererkennungswert – und schlägt zugleich die Brücke zurück in die Heimat.
Das Ziel Konstantinopel rückt näher
Mit Griechenland kommt Koslik auch auf der historischen Route ein gutes Stück voran. Denn die Reise führt weiter in Richtung des einstigen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Gerade diese Verbindung macht den besonderen Reiz des Projektes aus: Eine moderne Weltreise trifft auf die Spuren eines Schriftstellers aus dem 19. Jahrhundert.
Wie viel sich seit Reuters Zeit verändert hat, zeigt sich dabei an nahezu jeder Station. Grenzen lassen sich heute anders überwinden, Entfernungen schrumpfen durch Flugzeug, Bahn und moderne Straßen, und Eindrücke können innerhalb weniger Sekunden mit Menschen auf der ganzen Welt geteilt werden. Geblieben ist jedoch etwas, das Reisende aller Zeiten verbindet: die Neugier auf das Unbekannte.
Und so geht es auch für Max Stefan Koslik weiter. Griechenland ist erreicht, doch die Reise ist noch lange nicht beendet. Fritz Reuter hat seinen Platz im Gepäck bereits sicher – bereit für das nächste Foto, die nächste Geschichte und schließlich für jene Stadt, die auf dieser besonderen Spurensuche eine ganz eigene Bedeutung besitzt: Konstantinopel.