Wenn der Markt zur Reuter-Bühne wird

Die 66. Fritz-Reuter-Festspiele verwandeln Stavenhagen vom 26. bis 28. Juni erneut in eine Bühne für Kultur, Begegnung und gelebte Tradition. Zwischen Symposium, Citylauf, Reuterehrung, Theater und Musik zeigt sich, wie eng in der Reuterstadt Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbunden sind.

Wenn Stavenhagen Ende Juni die 66. Fritz-Reuter-Festspiele feiert, wird einmal mehr deutlich, welchen festen Platz diese Tage im kulturellen Leben der Reuterstadt einnehmen. Seit 1960 stehen die Festspiele nicht nur für Theater und Brauchtum, sondern längst auch für regionale Identität, niederdeutsches Kulturerbe und ein gemeinschaftliches Miteinander über Generationen hinweg.

Gerade die Vielfalt des Programms macht den besonderen Reiz des Wochenendes aus. Bereits am Freitag beginnt das Fest mit einem literarischen Symposium in der Alten Synagoge. Dort wird Fritz Reuters Werk aus neuen Blickwinkeln betrachtet. Im Anschluss verlagert sich das Geschehen auf die Straßen der Stadt: Beim Reuterstädter Citylauf kommen Vereine, Schulen, Kinder und Erwachsene zusammen. So verbindet der Auftakt Bildung, Bewegung und Gemeinschaft auf besondere Weise.

Dass die Fritz-Reuter-Festspiele seit Jahrzehnten weit über ein reines Kulturprogramm hinausgehen, ist vor allem dem großen ehrenamtlichen Engagement zu verdanken. Viele Mitwirkende, Vereine und Einrichtungen tragen dazu bei, dass aus dem Festspielwochenende ein lebendiges Stadtfest wird. Genau dieses Zusammenspiel verleiht der Veranstaltung Jahr für Jahr ihre besondere Atmosphäre.

Ein besonderer Akzent liegt in diesem Jahr auf dem Sonnabend. Dann rückt mit der Hommage an die Museumsuhr ein Stück Stavenhagener Stadtgeschichte in den Mittelpunkt. Das 125-jährige Jubiläum der Uhr erinnert daran, dass die Festspiele nicht nur vom Feiern, sondern auch vom Bewahren leben. Ebenfalls zu den wichtigen Momenten gehört die Reuterehrung am Samstag um 16 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Fritz-Reuter-Denkmal. Mit Kranzniederlegung und Programm setzt sie einen stillen, aber bedeutungsvollen Höhepunkt.

Ihr Herzstück haben die Festspiele dennoch auf der großen Bühne. Mit dem Open-Air-Stück „Ut de Franzosentid“ und einem abwechslungsreichen Musikprogramm reicht das Angebot von plattdeutschem Humor über Chorklang bis hin zu jungen Bands und sommerlicher Abendstimmung. Gerade darin liegt die Stärke der Festspiele: Fritz Reuter wird nicht nur erinnert, sondern auf vielfältige Weise neu erzählt, gespielt, gesungen und erlebbar gemacht.

Zu einem solchen Wochenende gehört auch ein ausdrücklicher Dank an all jene, die es möglich machen. Förderer, Sponsoren, Spendengeber und Partner leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Festspiele in dieser Form stattfinden können. Ihre Unterstützung zeigt: Kultur in dieser Größenordnung gelingt nur dort, wo viele gemeinsam Verantwortung übernehmen.

So werden die Fritz-Reuter-Festspiele auch in ihrem 66. Jahr wieder zu dem, was sie in Stavenhagen seit langem sind: ein Fest der Kultur, der Gemeinschaft und der gemeinsamen Erinnerung.