Wandergesellen auf der Walz

Zu Gast im Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen

Ein ganz besonderer Besuch bereicherte am 12. Februar das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen: Zwei Wandergesellen auf der Walz fanden den Weg in unser Museum und brachten eine lebendige, historische Tradition mit in unsere Ausstellungsräume.

In traditioneller Gesellenkleidung – mit schwarzer Ehrbarkeit, Schlaghose, Weste, Hut und dem charakteristischen Stenz – erzählten sie von ihrer Reise durch Deutschland und darüber hinaus. Die Walz, eine jahrhundertealte Ritualisierung der Wanderschaft nach Abschluss der handwerklichen Ausbildung, ist weit mehr als nur eine Reise: Sie steht für handwerkliche Exzellenz, persönliche Reife und das Kennenlernen vielfältiger handwerklicher Techniken.

Die beiden Gäste berichteten von ihren bisherigen Stationen, von Herausforderungen auf oft unbekannten Wegen und von herzlichen Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft. Gerade im historischen Kontext des Museums – das nicht nur dem Leben und Werk Fritz Reuters, sondern auch der Kulturgeschichte der Region gewidmet ist – fügte sich ihre Geschichte wie ein lebendiges Stück Geschichte in unsere Ausstellungen ein.

Bei einem offenen Gespräch mit Besuchern und Team hatten alle Beteiligten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Anekdoten auszutauschen und mehr über das jahrhundertealte Brauchtum der Wanderschaft zu erfahren. Diese Begegnung zeigte eindrücklich, wie lebendig Tradition sein kann, wenn sie heute noch in der Praxis erfahrbar bleibt.

Für das Fritz-Reuter-Literaturmuseum war dieser Besuch eine wertvolle Bereicherung. Er verknüpfte Literatur- und Kulturgeschichte mit gelebter Handwerkstradition – und brachte das historische Erbe unseres Hauses auf lebendige Weise in den Dialog mit der Gegenwart.

Wir danken unseren Gästen für ihren inspirierenden Besuch und wünschen ihnen auf ihrer weiteren Walz allzeit gute Reise, offene Türen und spannende Erfahrungen!

Neugierig geworden? Besuchen Sie uns im Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und erleben Sie, wie Geschichte lebendig wird – in Ausstellungen, Veranstaltungen und Begegnungen wie dieser.

 

Eins soll der Mensch von Grund aus lernen;

In einem Stücke muß er reifen,

Und in der Nähe, in den Fernen

In seiner Kunst das Beste greifen,

Dann kann er dreist mit Fug und Recht,

Sei’s Handwerksmann, sei’s Ackerknecht,

Sich stellen in der Bürger Reih’n,

Er wird ein Mann und Meister sein.

(Fritz Reuter)