Fritz-Reuter-Festspiele
„Eine Stadt spielt Fritz Reuter“ – Fritz-Reuter-Festspiele mit neuer Strahlkraft
Die Fritz-Reuter-Festspiele sind seit mehr als sechs Jahrzehnten eine feste Größe im kulturellen Leben Mecklenburg-Vorpommerns. Ihren Ursprung haben sie im Jahr 1960 mit dem Projekt „Puchow, ein Dorf spielt Fritz Reuter“. Damals verfolgten über 20.000 Besucherinnen und Besucher die tragische Liebesgeschichte von Johann und Mariken – eine Bühnenadaption eines Versepos von Fritz Reuter, dem Begründer der niederdeutschen Literatursprache. Gespielt von Laiendarstellerinnen und -darstellern, entwickelte sich das Stück zu einem überraschenden Publikumserfolg und legte den Grundstein für die Festspieltradition.
Seitdem haben die Fritz-Reuter-Festspiele eine bemerkenswerte künstlerische Entwicklung durchlaufen. Sie waren und sind ein zentraler Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses der Reuterstadt Stavenhagen und weit darüber hinaus.
Einen besonderen Impuls erhielten die Festspiele im Fritz-Reuter-Jubiläumsjahr 2024 mit dem Relaunch unter dem Motto „Eine Stadt spielt Fritz Reuter“. Aufgeführt wurde erneut „Kein Hüsung“ – diesmal in hochdeutscher Fassung, ergänzt durch eine niederdeutsche Erzählklammer. Unter der künstlerischen Leitung von Lutz Trautmann standen ausschließlich Laiendarsteller aller Altersgruppen auf der Bühne. Mehr als 6.000 Gäste aus nah und fern besuchten die Aufführungen und bestätigten eindrucksvoll den Erfolg des neuen Konzepts.
2025 folgten Gastspiele in Neukalen und Mirow. In Mirow feierte zudem das aktuelle Stück „Ut de Franzosentid“ seine Premiere und setzte die inhaltliche wie ästhetische Weiterentwicklung der Festspiele fort.
Heute sind die Fritz-Reuter-Festspiele weit mehr als ein Theaterereignis. Sie verbinden Theater, Lesungen und musikalische Darbietungen und schaffen eine lebendige Auseinandersetzung mit Reuters Werk – zwischen Tradition und zeitgenössischer Interpretation. Zugleich sind sie ein wichtiger Bestandteil der neuen Reuterrezeption, die mit innovativen Formaten neue Zielgruppen erschließt und zunehmend als kulturelle Klammer für das Projekt „Straße des Niederdeutschen“ wirkt.
Mit ihrem vielfältigen Programm leisten die Festspiele einen bedeutenden Beitrag zur Pflege des niederdeutschen Kulturerbes und machen Stavenhagen Jahr für Jahr zu einem Ort der Begegnung und kulturellen Identität.
Die 66. Fritz-Reuter-Festspiele finden vom 26. bis 28. Juni 2026 in der Reuterstadt Stavenhagen statt.